Man schrieb das Jahr 1976, die KG “Ahl Jecke“ stellte mit Balthasar (Bältes) und Anneliese Krieger das Prinzenpaar in Lohmar. Am Karnevalsdienstag baute man vor dem Haus des Prinzenpaares den Prinzenwagen ab, als dem in Lohmar noch allseits bekannten Ur-Karnevalisten Horst-Dieter Höndgesberg, besser bekannt als „Flönz“, spontan die Idee kam, den alten Brauch des Ääzebär-Teibens in Lohmar wieder zu beleben. Ein altes Bärenfell war vorhanden und auch die weiteren Mitglieder der „Ahl Jecke“ nahmen die Idee spontan auf. So zogen am 02. März 1976 Horst-Dieter Höndgesberg im Bärenfell, Bältes Krieger mit Akkordeon, Richard Höndgesberg „met de decke Tromm“, Willi „Quiertsch“ Höndgesberg „met de Triangel“, Josef „Jo“ van der Viefen „mem Schrummbass“ und Heinz Giesen mit einem Plastiksparschweinchen los und belebten diesen liebenswerten alten Brauch wieder, in dem „Ääzebär-Knöllchen“ an Passanten verteilt wurden. Als Erlös kamen immerhin 84,50 DM zusammen. In den Folgejahren stützte Bernd Palm als damaliger Vorsitzender des Vereinskomitees Lohmar dieses schöne Brauchtum und es gesellten sich weitere Ääzebär-Treiber anderer Vereine zu dieser bunten Truppe, z.B. von der früheren Tanzgruppe „Lühmerer Mädche“ oder der Feuerwehr Lohmar. So „versteckten“ sich im Bärenfell u.a Gertrud Lennatz oder später Olaf Giese.

Nach Bernhard Walterscheid-Müller, dem 1991 verstorbenen Ehrenbürger und Heimatforscher ist „de Ääzebär“ (Erbsenbär), ein mit Erbsen- oder Getreidestroh verkleideter Mann, der in zahlreichen Gegenden unseres Landes bekannt ist. Die Erbse und das Ebsenstroh sind Symbole der Fruchtbarkeit. Der Erbsenbär tritt bei Ernte, Kirmes, Fastnacht und Hochzeiten auf. Er vollführt einen schreitenden Rundtanz. Ein Bärenführer und maskierte Musikanten mit zum Teil komischen Musikinstrumenten begleiten ihn (Lohmarer Mundart in Reim und Prosa, 1983, S.69ff.). Auf das Kommando „Bär donn danze“ werden Spenden (Ääzebär-Knöllchen) für einen gemeinnützigen Zweck erbettelt.

Über 30.000 € sind seit 1980 zusammengekommen. Die Spenden werden am Abend öffentlich ausgezählt und übergeben.

Bis zum Mai 2008 war der Ääzebär dem Vereinskomitee Lohmar angegliedert. In diesem Jahr gründete sich aus Reihen der Ääzebär-Treiber der neue Verein „Ääzebär“ e.V., Lohmar, um den Erhalt diesen traditionellen Brauches für die Zukunft dauerhaft sicherzustellen. Der Verein ist in das Vereinsregister beim AG Siegburg eingetragen, als gemeinnützig anerkannt und Mitglied im Vereinskomitee Lohmar e.V.

Falls auch Sie diesen liebenswerten Fastnachtsbrauch unterstützen wollen, wenden Sie sich an eines der Vorstandsmitglieder.

Allen Spendern, insbesondere den Lohmarer Unternehmen, an dieser Stelle ein herzlicher Dank für Ihre Unterstützung!